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Agenten-Orchestrierung: Vom Chaos zur Struktur
Agent Orchestration
Workflow
Best Practices

Agenten-Orchestrierung: Vom Chaos zur Struktur

Die Vision ist verlockend: Mehrere spezialisierte KI-Agenten arbeiten parallel an verschiedenen Aspekten eines Projekts, kommunizieren miteinander und liefern am Ende ein perfekt integriertes Ergebnis. Die Realität? Deutlich komplexer.

Der erste Versuch: Totales Chaos

Als wir zum ersten Mal versuchten, drei verschiedene Agenten parallel an einem Next.js-Projekt arbeiten zu lassen, endete das in einem Merge-Konflikt-Alptraum. Agent A refactorisierte die State Management-Struktur, während Agent B neue Features auf Basis der alten Struktur implementierte. Agent C versuchte währenddessen, die Typen zu vereinheitlichen – mit inkompatiblen Änderungen zu beiden anderen.

Lesson learned: Agenten brauchen klare Verantwortlichkeiten und Kommunikationskanäle.

Prinzipien erfolgreicher Orchestrierung

Nach zahlreichen Experimenten haben wir einige Grundprinzipien identifiziert:

1. Klare Domänengrenzen

Jeder Agent sollte für einen klar definierten Bereich verantwortlich sein. Beispiel:

  • Agent Frontend: UI-Komponenten, Styling, User Interactions
  • Agent Backend: API-Endpoints, Business Logic, Datenbank
  • Agent Testing: Test-Suites, E2E-Tests, Test-Daten
  • Agent DevOps: CI/CD, Deployment, Infrastruktur

2. Definierte Schnittstellen

Wie bei Microservices brauchen Agenten klare Contracts. TypeScript-Interfaces, API-Specs und Schema-Definitionen sind die gemeinsame Sprache.

3. Sequential vs. Parallel

Nicht alles sollte parallel laufen. Einige Tasks haben natürliche Abhängigkeiten:

1. Schema definieren (Agent DB)
2. API erstellen (Agent Backend) ← benötigt Schema
3. Frontend bauen (Agent Frontend) ← benötigt API
4. Tests schreiben (Agent Testing) ← benötigt alles

4. Human-in-the-Loop

Bei kritischen Entscheidungen muss ein Mensch final entscheiden. Agenten schlagen vor, Menschen validieren.

Ein erfolgreiches Pattern: Der Conductor-Ansatz

Das erfolgreichste Pattern in unseren Experimenten war der „Conductor": Ein übergeordneter Agent (oder Mensch), der die anderen Agenten koordiniert.

Der Conductor:

  • Zerlegt große Tasks in kleinere Einheiten
  • Weist diese spezialisierten Agenten zu
  • Managed Dependencies und Execution Order
  • Löst Konflikte auf
  • Integriert die Ergebnisse

Tooling macht den Unterschied

Erfolgreiche Orchestrierung braucht gutes Tooling:

  • Git-Workflows: Feature-Branches für jeden Agenten
  • Linting & Formatting: Automatische Code-Konsistenz
  • Type Checking: TypeScript als gemeinsame Vertragssprache
  • Automated Testing: Sofortige Feedback-Loops
  • Monitoring: Logs und Traces für Debugging

Die Zukunft: Selbst-orchestrierende Systeme?

Aktuell braucht Orchestrierung noch viel menschlichen Input. Aber die Richtung ist klar: Zukünftige Systeme werden lernen, sich selbst zu koordinieren.

Erste Ansätze gibt es bereits:

  • Agenten, die ihre eigenen Merge-Konflikte lösen
  • Meta-Agenten, die andere Agenten spawnen und verwalten
  • Selbst-optimierende Workflows

Praktische Tipps

Für alle, die mit Multi-Agent-Setups experimentieren wollen:

  1. Klein anfangen: Zwei Agenten, einfache Task
  2. Iterativ erweitern: Schrittweise Komplexität erhöhen
  3. Dokumentieren: Jede Orchestrierungs-Entscheidung festhalten
  4. Review-Kultur: Regelmäßige Code-Reviews auch bei Agent-Output
  5. Monitoring: Von Anfang an Observability einbauen

Community-Projekt

Im Forum arbeiten wir gerade an einem Open-Source-Framework für Agent-Orchestrierung. Wer Interesse hat mitzuwirken oder Feedback zu geben, ist herzlich willkommen!

Die Reise vom Chaos zur Struktur ist noch nicht abgeschlossen – aber wir kommen Schritt für Schritt weiter.